Tauche mit mir ins Wort
JürgnvonK
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(M)eine kleine Aspekt-Philosophie
Ur-Einheit
Meine Betrachtungsweise des Geschehens ist eigentlich banal und einfach. Ich habe ein grosses Bedürfnis nach bedeutungsvoller Einfachheit. Vielleicht dem kleinen Prinzen ähnlich. Jedenfalls inspirieren und beglücken mich «seine» kindlichen aber grossen Worte und Fragen, seine Überlegungen und Darlegungen des «Universums Leben» immer wieder aufs Neue. Für das menschliche Auge unsichtbar (wie Elektrizität) existiert um uns, neben uns, über uns – oder wo auch immer - eine feinstoffliche, energetische Ur-Einheit.
Ins Leben gefallen
Diese Ur-Einheit stelle ich mir als unendlich grosse Kugel vor. In dieser Kugel hat sich vor Ur-Zeiten aus einer inneren Sehnsuchts-Dynamik heraus ein Druck entwickelt. Und eines Tages erwirkte dieser Innendruck einen Durchstoss. Und seither entspringen der Ur-Einheit durch diese Öffnung sämtliche ungelebten Aspekte (Themenbereiche) und «fallen ins Leben». Dieses «ins Leben fallen» entsteht aus der inneren Sehnsucht der Ur-Einheit: sie möchte ihre gesamte «Innenwelt» zum Ausdruck bringen. Sich selbst in Erfahrung bringen. Und für diese Erfahrung braucht es zumindest auf dem Planeten Erde einen Körper, eine Form, welche nach Vollendung der Erfahrung ins Formlose zurück «stirbt».
Du und ich verkörpern Form
Du und ich, jede Art von Leben, verkörpert nun so einen Form gewordenen Aspekt. Zudem werden im Zusammenleben, im Agieren untereinander Aspektverbindungen möglich, die für sich alleine sonst nicht zum Ausdruck werden könnten. Ist der Aspekt gelebt, «stirbt» die Form und die Erfahrungs-Essenz kehrt zurück in die Ur-Einheit, legt sich in die obere Hälfte der Kugel zu den vollendeten Erfahrungen. Deine und meine gelebte Manifestation trägt somit wesentlich zur Erfahrungsvollendung bei.
Eines Tages vollendet
Eines Tages, in wohl unendlicher Ferne oder Nähe, wird diese Ur-Einheitskugel in neuer Fülle sein. Erfüllt mit der tiefen Klarheit aller durchlebten Erfahrungen. Dann schliesst sich der Spalt und die vollendete Erfahrung ruht in sich – sozusagen in der lebhaften Stille aller Aspekterfahrungen. Diese Betrachtungsweise beantwortet zugleich all die Querelen auf unserem Planeten sowie die unterschiedlichsten Lebensvoraussetzungen.
Einzigartig einmaliger Auftrag
So könnte es demnach sein, dass wir den selbst gewählten oder auch zugeteilten (für mich ist dies nebensächlich) Aspekt «einfach» durchleben. Nicht mehr und nicht weniger. Dass wir mit unserem Erfahrungsinstrument Körper diesen höchst individuellen und einzigartigen, in seiner Art einmaligen und unverwechselbaren «Auftrag» ausführen. Und dadurch unseren wichtigen Beitrag zum Ganzen beisteuern. Ein jedes Dasein ist Teil des Ganzen und aufgrund unserer Herkunft, welche zugleich wieder Endziel ist, bleiben wir als Mitbeteiligte im selben Boot, stets im formlosen Sein untereinander verbunden. Spürst du das allumfassende Wir-Gefühl?
Die umgekehrte Sehnsucht
Kaum sind wir jedoch DA, spüren wohl die meisten von uns sofort auch wieder die umgekehrte Sehnsucht: Etwas in uns weiss nämlich ganz genau, woher wir kommen, wohin wir gehören und dass die zeitlich limitierte Existenz HIER nicht die ganze Wahrheit ist. Und diese umgekehrte Sehnsucht hat mindestens zwei Seiten: wir sterben ihretwegen fast oder sie beflügelt uns durch Sinn-Erfahrung. Je nachdem, welche Art Aspekt uns in den Fingerabdruck gelegt ist, durchleben wir da wohl vielfältig farbliche Zwischentöne.
Alles ein gewolltes Muss
ALL-ES will sich zum Ausdruck bringen. Und insofern ist jedes Geschehen in seinem Sosein ein gewolltes «Muss», auch unser mitunter diffuses und oft so anstrengendes Innenleben. Und sogenannt äussere oft ätzende Umstände, welche hie und da so unerträglich nicht mit unserer Form (Ego) überein- oder zusammenstimmen wollen. Es gibt sicherlich einfachere und komplexere, angenehmere und unangenehmere Aspektvariationen.
Eher Stolz als Neid
Neid auf bessere Aspekte wäre somit nicht von Nöten. Eher Stolz. Stolz, dass wir durch unser einzigartig persönliches Leben einen wichtigen Beitrag zur Vollendung des Ganzen beisteuern dürfen. Stolz, dass wir auf diesen Planeten mit all unserem Mut inkarniert sind. Am meisten würde uns wohl helfen, wenn wir unseren eigenen Aspektauftrag aus tiefem Herzen bejahen könnten. Auf ein herzhaftes Einverstandensein als Lebensantrieb zurückgreifen könnten. Aber nicht für jeden Lebensauftrag ist wohl vorgesehen, dass dazu notwendiges Bewusstsein hilfreich zur Verfügung steht. Nein, auch für spirituell «bewusst-loses» Leben bietet die Erfahrungsbühne Erde zuhauf Platz.
Mein Aspekt-Leben – und deines?
Gute Frage, danke. Aber sie braucht auch keine Antwort. Es ist das Ego, das immer Antworten möchte und mit Ehrgeiz ein Ziel verfolgen will. Dass ich so Sachen aufschreibe zeigt, dass ich einer bin, der sich viele Gedanken machen «muss». Das blosse Drauflosleben ist eher nicht Bestandteil meines Hauptaspektes (ausser vielleicht beim Malen, siehe Rubrik Malerei) – das erledigen Andere für mich, als Teil des Ganzen. Vielleicht du? Vielen Dank schon mal. Eher scheint es so, dass ich immer und immer wieder Rückbesinnung brauche. Lebensqualität durch Bewusstsein, dass es ein «mehr als ich» gibt. Dass es eine grossartige Wirklichkeit hinter dem Ich gibt. Eine, die trägt, wenn das Bewusstsein dafür aktiviert werden kann. Doch scheint dies nur ein Themenbereich innerhalb meines Aspektes zu sein. Letztlich geht es in meiner Philosophie darum, sich selbst in seiner grossen Vielfalt und Fülle als wertvollen Teil des Ganzen zu sehen, zu akzeptieren. So voll und ganz wie nur irgendwie möglich! Alles weitere ergibt und ent-wickelt sich von alleine.
Das Geheimnis bleibt
Müssen, sollten, könnten wir unseren Aspektauftrag überhaupt kennen? Ich vermute, dass bei den meisten von uns ein Bedürfnis dazu besteht. Zwischen Einsicht, Erahnen oder keinen blassen Schimmer haben, gibt es wohl eine unendliche Vielzahl von Variationen. Vermutlich so viele, wie es Menschen gibt. Meine kleine Aspektphilosophie beinhaltet ALLE Möglichkeiten. Eines aber bleibt gewiss: trotz mannigfachen Vorstellungen und Interpretationen bleibt das Leben wohl letztlich ein Geheimnis. Vielleicht, eines Tages, wenn wir aus diesem Traum erwachen, vielleicht erleben wir dann das gross «Aha!». Vielleicht.
Führen Worte in die Tiefe deines Seins?